Kommunikation intensiv: VWL – Ägyptens Wirtschaft (C1+)

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Ägypten am Nil hat nicht nur eine schlechte landwirtschaftliche Ertragslage, sondern ist auch überbesiedelt; seine Haupteinnahmequellen sind Gebühren für die Benutzung des Suezkanals,  Gastarbeiterüberweisungen und der Tourismus, der aber genau dann zurückgeht, wenn die politische Lage in Ägypten instabil ist. Natürlich versucht Ägypten überwiegend Devisen aus seinen Geschäften zu erwirtschaften, und reguliert dies auch über den Umtauschkurs für Tourismus, die freie Konvertierbarkeit der Währung wird nach Möglichkeit eingeschränkt.
Weil die ägyptische Regierung aber über diese Quellen nicht genug einnehmen kann, muss die Regierung Geld aus dem eigenen Land nehmen: Steuern zu erhöhen erweist sich als Schwierig, denn das Land ist bereits an der Armutsgrenze und es soll keinen Volksaufstand geben. Aktuell wurden die Subventionen für den Kraftstoff gesenkt (siehe Artikel in der Tagesschau). Damit hat Al-Sisi wieder mehr Geld für die Militärausgaben, die in Ägypten sehr wichtig sind.
In Ägypten kommt es unterdessen zu ständigen Preisniveausteigerungen, denn das Geld, das von der Regierung gebraucht wird, steht nicht mehr für Subventionen zur Verfügung. Auf dem Markt wird sich deshalb der Benzinpreis nach Angebot und Nachfrage regulieren, das bedeutet aber auch, dass bei Angebotsknappheit ein höherer Preis gezahlt werden muss.
Auch die Lebensmittel werden in Ägypten subventioniert, aber vom Ausland. Die USA verkaufen Ägypten den Weizen zu einem Preis, der unterhalb des Weltmarktniveaus liegt. Damit entstehen in den USA Schulden und sie erhoffen sich davon u.a., dass Ägypten eine USA-freundliche Politik macht.

 

 

Aufgaben zum Diskutieren: 

1. Welche sind die Haupteinnahmequellen der ägyptischen Regierung? (Was kann Ägypten gegen das Zahlungsbilanzdefizit tun?)

2. Al-Sisi hebt aktuell die Benzinpreise an, um das Haushaltsdefizit zu bekämpfen. Erkläre den Zusammenhang  Subventionswegfall – Preissteigerungen, und die möglichen Folgen.

3. Ist die Situation mit den Lebensmittelsubventionen vergleichbar oder nicht (Ertragslage Landwirtschaft Ägypten (Nil, Assuan-Staudamm)), Weizen aus USA)?

4. Sind andere Lösungen für die Bekämpfung des Haushaltsdefizits denkbar als die Streichung von Kraftstoff-Subventionen oder ist dies aus deiner Sicht bereits die beste Lösung? (Unterstützung durch das Ausland? Golfstaaten? Welche Folgen hätte die Abhängigkeit vom Ausland?)

5. Wie sieht es in deinem eigenen Land aus (Inflation? Subventionierungen?)?

 

Definitionen aus der VWL: 

BIP= Summe aller Güter und Dienstleistungen, die im Inland produziert worden sind

Bruttoinlandprodukt BIP= C (privater Konsum) + I (Bruttoinvestitionen) + G (Staatsverbrauch) + (X-M) (Außenbeitrag)

GDP = private consuption + business investment+ government expenditure + exports – imports

Messgröße: z.B. Staatsverschuldung beträgt …% vom BIP

Zahlungsbilanzdefizit

Die Zahlungsbilanz ist die kontenmäßige Aufzeichnung aller ökonomischen Transaktionen zwischen In- und Ausländern. Sie gliedert sich in mehrere Teilbilanzen (Leistungsbilanz (Waren(Handels)Bilanz etc), Vermögensübertragungen, Kapitalverkehrsbilanz (Forderungen/Beteiligungen an Unternehmen im Ausland), Devisenbilanz).

Die Zahlungsbilanz gilt als ausgeglichen, wenn der Saldo der Devisenbilanz Null ist. (+ Devisenabfluss, – Devisenzufluss)

Haushaltsdefizit: negative Differenz eines Budgets zwischen den erwarteten Einnahmen und den erwarteten Ausgaben

Außenverschuldung: Kompletten Verbindlichkeiten des Landes gegenüber dem Ausland

Inflationsrate. Inflation ist ein Prozess ständiger Preisniveausteigerung bzw. ständigen Geldwertverlustes. Für jede Güterart im Warenkorb wird die Preisentwicklung berechnet. Der gesamte Verbraucherpreisindex ist dann ein gewichteter Mittelwert aus der Preisentwicklung bei allen verschiedenen Güterarten zusammen.

Die Teuerungsrate hängt also nicht nur davon ab, wie sich die Preise verändern. Entscheidend ist auch, mit welchem Gewicht die Preisentwicklung der einzelnen Güterarten in den Gesamtindex eingehen.

mögliche Gründe : Das Preisniveau steigt, weil die monetäre Gesamtnachfrage (Geldmenge x Umlaufgeschwindigkeit) stärker steigt, als das reale Güterangebot (Sozialprodukt).

Produktivität: Eine Kennziffer, die die Ergiebigkeit der Einsatzfaktoren angibt: Produktivität = Output / Input

Arbeitsproduktivität = Inlandsprodukt (Wertgröße)/ Arbeitseinsatz (Stunden oder Anzahl der Beschäftigten)

Höhere Arbeitsproduktivität (Output 6 Autos statt 4 Autos per 1 Arbeitskraft)-> Arbeitskraft kann höher entlohnt werden

 

…viel Spaß bei der Diskussion!

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